LR Christian Benger: Problem-Bär: Viele Analysen – keine Entscheidungen

Bär in Siedlungsnähe: Benger erneuert Forderung nach Herabsetzen des Schutzstatus für Großräuber und die Überarbeitung aller Managementpläne

Klagenfurt (06.07.2017) – Seit Wochen ist ein Bär südlich von Klagenfurt unterwegs und nähert sich bekanntlich auch bewohntem Gebiet. „Die unkontrollierte Ausbreitung von Großraubtieren, die sich daraus ergebende Gefahr für Mensch und Eigentum ist im Kärntner Jagdgesetz verankert. Ausnahmeregelungen zur Regulierung durch den Menschen sind demnach möglich“, so LR Christian Benger.

Im Fall des Falles kann laut Jagdgesetz die Landesregierung agieren. „Wenn was passiert, brauchen wir keinen Sitzungsmarathon, sondern nur noch die rasche Umsetzung“, fordert Benger. Er, Benger, erinnert an die Diskussion, als noch die Meinung vorherrschte, Kärnten sei von Bär und Wolf nicht betroffen. „Der Irrtum ist augenscheinlich, wenn wir uns an den Wolf in einem Stall in Oberkärnten erinnern und die Vorfälle jetzt beobachten. Wir sollten vorbereitet sein und vor allem mit Hausverstand agieren“, so Benger.

Wichtig sei jedoch, den Schutzstatus für Großraubwild auf EU-Ebene (EU FFH-Richtlinie (RL 92/43/EW) endlich herabzusetzen, erneuert Benger seine Forderung. „Dafür muss es endlich Einigkeit über alle Parteien auch in Kärnten hinweg geben. Kopf in den Sand bringt nichts“, so Benger. Für die Herabsetzung des Schutzstatus setzen sich auch andere europäische Länder ein. Weiters werden Bär und Wolf, sofern Mensch und Leben in Gefahr sind, in einigen europäischen Ländern bereits entnommen. „Der Schutz von Mensch und Leben kommt dort noch vor der Angst vor einem etwaigen EU-Vertragsverletzungsverfahren“, weist Benger hin.

Dem voraus gingen Positionspapiere sämtlicher Almwirtschaftsvereine Europas und eine Resolution des Kärntner Almwirtschaftsvereines, die im Ausschuss des Landtages diese Woche behandelt wird.

Die europäischen Almwirtschaftsverbände fordern die Herabsetzung des Schutzstatus von Großraubwild in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und die Regulierung der Populationen durch den Menschen. „Die Sorge ist auf Grund von Rissen von Nutztieren und dauernden Sichtungen berechtigt. Die Großraubtiere sind da und es werden mehr. Es geht um den Schutz von Mensch, Nutztier und Betrieben“, fasst Benger. Kein Landwirt wolle seine Tiere auf Almen auftreiben, wenn er um die Bedrohung von Großraubwild weiß. Außerdem sei der Tourismus zu berücksichtigen und das Freizeitverhalten der Bevölkerung.

Benger fordert auch die Überarbeitung sämtlicher Managementpläne. Jener für Bären stammt beispielsweise aus dem Jahr 2005. Im Managementplan Bär wurde beispielsweise schon festgehalten, dass „die Sicherheit der Menschen jederzeit Priorität vor dem Schutz der Bären hat“ und wurden sämtliche Möglichkeiten bis hin zur „Entnahme“ festgehalten. „Ein Managementplan ist jedoch nur eine Richtlinie und keine gesetzliche Grundlage, die ein Agieren möglich macht“, so Benger. Der Managementplan Bär wurde von den Ländern Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und dem Lebensministerium erarbeitet.